Bauleistungsversicherung: Gegen Risiken während der Bauzeit absichern

Die Bauleistungsversicherung ist sowohl für Bauunternehmer als auch für Bauherren aus dem privaten Bereich eine wichtige und sinnvolle Versicherung. Zu früheren Zeiten war diese Versicherung unter den Bezeichnungen Bauwesenversicherung oder kurz Bauversicherung bekannt. Abgesichert werden insbesondere nicht vorher absehbaren Risiken, die während der Bauphase eines Objektes auftreten und zu einem erheblichen finanziellen Schaden führen könnten.

Welche Leistungen beinhaltet die Bauleistungsversicherung?

Der Traum vom Haus ist eine große Investition. Die Absicherung für Ihr Bauvorhaben ist daher sehr wichtig. Vor dem Abschluss einer Bauleistungsversicherung sollten Sie die Angebote im Detail miteinander vergleichen, denn insbesondere im Hinblick auf die Leistungen können sich große Unterschiede zwischen den Versicherungsgesellschaften und Tarifen ergeben. In dem Zusammenhang sollten Sie nicht nur einen Blick auf die Leistungen, sondern ebenfalls auf übliche Ausschlüsse werfen. Bei der Wahl der Leistungen sollten Sie beachten, dass die Versicherungsprämie meistens umso höher ausfällt, desto umfangreicher die Leistungen sind. Dennoch sollten Sie nicht am falschen Ende sparen, denn mit der Bauleistungsversicherung können Sie sich gegen erhebliche finanzielle Schäden absichern.

Zu den typischen Leistungen, die im Prinzip in nahezu jeder Bauleistungsversicherung enthalten sind, gehören unter anderem:

  • Sturmschäden
  • Schäden durch Erdbeben
  • Schäden durch Überschwemmungen
  • Krieg und Bürgerkrieg
  • Diebstahl
  • Vandalismus
  • Herstellungsfehler beim Bau
  • Konstruktionsfehler beim Bau

Die zuvor genannten Schäden werden nicht nur bezüglich der Immobilie ersetzt, sondern ebenfalls unter der Voraussetzung, dass zum Beispiel der Baugrund oder die Schadensuchkosten betroffen sind.

Typische Ausschlüsse in der Bauleistungsversicherung

Beim Vergleich der Angebote sind nicht nur die Leistungen wichtig, sondern ebenfalls typische Ausschlüsse. Von diesen gibt es in der Bauleistungsversicherung nämlich einige, sodass Sie unbedingt wissen sollten, bei welchen Gefahren und Schadensereignissen Sie nicht versichert sind. Eine Art Haken gibt es bereits bei den sogenannten Witterungsbedingungen. Diesbezüglich wird in vielen Bauleistungsversicherungen nämlich zwischen ungewöhnlichen und außergewöhnlichen Bedingungen ein Unterschied gemacht. Per Gesetz muss die Bauleistungsversicherung nur bei den außergewöhnlichen Witterungsbedingungen eintreten, durch die ein Schaden entstanden ist. Keine gesetzliche Verpflichtung besteht hingegen bei einer ungewöhnlichen Witterung, bei der sich beispielsweise um Dauerfrost oder Starkregen handeln kann. Eine Schadensursache wird im Allgemeinen bei faktisch jeder Bauleistungsversicherung ausgenommen, nämlich Feuer.

Im Detail sind es im Zusammenhang mit möglichen Feuerschäden die folgenden Ursachen, die in aller Regel nicht eingeschlossen sind:

  • Feuer
  • Brand
  • Blitzschlag
  • Explosion auf dem Bau
  • Abstürze von Flugkörpern

Allenfalls ist der zusätzliche Einschluss einer derartigen Leistung möglich, der allerdings natürlich zu einer höheren Versicherungsprämie führt. Alternativ besteht die Möglichkeit, dass Sie sich gegen die zuvor genannten Feuerschäden mittels einer Feuerrohbauversicherung absichern. Ebenfalls nicht eingeschlossen in der Bauleistungsversicherung ist übrigens der sogenannte Pfusch am Bau. Dieser kann vor allen Dingen durch die beim Bauunternehmer beschäftigten Mitarbeiter verursacht werden. In diesem Fall ist der Bauunternehmer gegenüber dem Bauherrn in vollem Umfang schadenersatzpflichtig.

Dauer der Bauleistungsversicherung

Ein wichtiger Vertragsbestandteil ist auch bei der Bauleistungsversicherung die Versicherungsdauer. Häufig kann diese allerdings zu Beginn der Bauzeit nur geschätzt werden, weil Verzögerungen nicht auszuschließen sind, und sogar häufiger vorkommen. Aus diesem Grund wird zunächst einmal zwischen dem Versicherungsunternehmen und dem Versicherten eine geschätzte Bauzeit festgehalten, die gleichzeitig die Versicherungsdauer darstellt. In aller Regel läuft die Bauleistungsversicherung bis zur Bezugsfertigkeit des Hauses, maximal jedoch zwei Jahre. Darüber hinaus gehende individuelle Vereinbarungen sind in der Regel möglich.

Für wen ist die Bauleistungsversicherung sinnvoll?

In erster Linie ist die Bauleistungsversicherung für Bauunternehmer eine äußerst wichtige Versicherung, denn so kann die Bauleistung abgesichert werden. Darüber hinaus richtet sich die Versicherung ebenso an private Bauherren, insbesondere natürlich bei Eigenbauten.

Im Schadensfall können hohe Kosten entstehen, die sowohl für Bauunternehmen als auch für private Bauherren den finanziellen Ruin bedeuten könnten. Daher ist eine Absicherung durch den Versicherungsabschluss für beide Parteien durchaus sinnvoll.

Bauleistungsversicherung – Was kostet sie?

Wie bei jeder Versicherung, so hängen auch die Kosten bei der Bauleistungsversicherung von verschiedenen Faktoren ab. Einfluss auf die Höhe der Versicherungsprämie haben unter anderem:

  • Versicherungssumme (Bausumme)
  • Leistungsumfang
  • Art des Gebäudes (Massivbau oder Fertighaus)
  • Laufzeit
  • Besondere Leistungseinschlüsse
  • Gebäude-Gesamtfläche
  • Neubau oder Umbau

Auf Basis dieser Faktoren und der Angebote der unterschiedlichen Versicherer können Sie bei einer Bausumme von beispielsweise 200.000 Euro mit einem einmaligen Betrag zwischen 200 und 500 Euro rechnen.

Wichtige Angaben beim Versicherungsantrag

Bei der Bauleistungsversicherung ist es besonders wichtig, im Zuge der Antragstellung korrekte und vollständige Angaben zu machen. Bereits kleinste Fehlangaben oder Nachlässigkeiten können dazu führen, dass im Schadensfall die Leistung vermindert oder im schlimmsten Fall nicht erbracht wird. Daher sind es unter anderem die folgenden Angaben, die im Antrag regelmäßig gemacht werden müssen:

  • Geschätzte Bauzeit
  • Höhe der Bausumme ohne Eigenleistungen
  • Kompletter Neubau, Anbau oder Umbau
  • Besonderheit am Bau, beispielsweise spezielle Verankerung des Fundaments
  • Kostspielige Elemente der Immobilie, zum Beispiel Fotovoltaikanlage

Bauleistung-Betriebsunterbrechungsversicherung als sinnvolle Ergänzung

Mit der Bauleistungsversicherung können Sie als Bauunternehmer oder privater Bauherr bereits zahlreiche finanzielle Schäden auf der Baustelle absichern. Insbesondere indirekte Schäden, die aus einem direkten Schaden resultieren, sind allerdings häufig nicht eingeschlossen. Aus dem Grund handelt es sich bei einer Bauleistung-Betriebsunterbrechungsversicherung insbesondere für Bauunternehmer um eine sinnvolle Ergänzung. Diese Versicherung übernimmt beispielsweise die folgenden finanziellen Schäden:

  • Mehrkosten durch verzögerte Fertigstellung, beispielsweise höhere Baufinanzierungskosten und neue Vermarktungskosten
  • Entgangener Gewinn in Form der Mieteinnahmen
  • Löhne und Gehälter
  • Sonstige fortlaufende Kosten

All diese Kosten entstehen zusätzlich dann, wenn sich durch einen Sachschaden eine Verzögerung der Fertigstellung ergibt.

Lassen Sie sich im Zuge Ihrer Bauplanung von einem Experten auch zur Bauleistungsversicherung beraten. Einen kompetenten Versicherungsvermittler in Ihrer Umgebung finden Sie bei uns: