Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung, BU abgekürzt, gilt als eine der wichtigsten Versicherungen, um die Existenz im Falle von Unfall oder Krankheit langfristig zu sichern. Im Gegensatz zur Kranken- und Rentenversicherung handelt es sich um eine rein private Versicherungsdienstleistung. Sie kann bei verschiedenen Versicherern abgeschlossen werden. Im Falle einer Berufsunfähigkeit erhält der Versicherte eine monatliche Leistung, die vorher im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Die Leistung wird im Prinzip so lange gezahlt, wie die Berufsunfähigkeit andauert. Sollte der Versicherte länger berufsunfähig bleiben, wird die Versicherungsleistung bis zum Eintritt der Rente ausgezahlt. Allerdings sollten Sie beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung auf einige wichtige Details und Klauseln achten, damit es im Schadensfall nicht zu bösen Überraschungen kommt.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Staatliche Einkommenssicherung

In den industrialisierten Ländern, wie Deutschland, basiert die materielle Existenz fast aller Menschen auf einem Einkommen, welches aus einer beruflichen Tätigkeit bezogen wird. Doch nicht nur die finanziellen Mittel für das tägliche Leben werden über das Arbeitseinkommen bestritten, sondern auch die Altersvorsorge. Mit dem Einkommen wird ein Rentenanspruch aufgebaut und eine Krankenversicherung bezahlt. Über diese drei Bestandteile, Arbeitseinkommen, Kranken- und Rentenversicherung sind wichtige Risiken abgedeckt. Nach Eintritt in die Rente erhält der Bürger eine staatliche Rentenzahlung, die sich an seinem bisherigen Gehalt bemisst. Bei Krankheit werden nicht nur die Behandlungskosten übernommen, sondern bei längerer Krankheit auch die Lohnfortzahlung. Dieses Konzept geht davon aus, dass nach einer überstandenen Krankheit die Berufstätigkeit irgendwann wieder aufgenommen werden kann. Sollte dies nicht der Fall sein, greift die staatliche Erwerbsunfähigkeitsrente. Durch eine ärztliche Untersuchung wird eine Erwerbsunfähigkeit festgestellt und der Betroffene erhält eine monatliche Rente aus der staatlichen Rentenkasse. Wie hoch diese ausfällt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • Grad der Erwerbsunfähigkeit
  • Alter
  • Dauer der Einzahlung in die Rentenversicherung
  • Bisheriges Einkommen

Fakt ist aber, dass die Leistung bei Erwerbsunfähigkeit aus der staatlichen Rentenkasse nicht viel mehr als eine Grundsicherung ist. Bei einem 53-jährigen Mann mit zwei Kindern, der bisher netto rund 1.650 Euro verdient hat, beträgt die Rente lediglich 830 Euro. Das ist etwa die Hälfte des bisherigen Einkommens. Von einer Existenz sichernden Leistung kann also kaum die Rede sein. Dies gilt besonders, wenn es sich um den Haupt- bzw. Alleinverdiener der Familie handelt.

Private Berufsunfähigkeitsversicherung: Wir funktioniert sie?

Um das bisherige wirtschaftliche Niveau aufrecht zu erhalten, ist also eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll. Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Unterschied zu der staatlichen Erwerbsunfähigkeit. Gezahlt wird ausschließlich dann, wenn eine Erwerbsunfähigkeit vorliegt. Es gibt also kein Geld, wenn nur dem zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr voll oder nur noch teilweise nachgegangen werden kann. Es müssen also auch Tätigkeiten angenommen werden, die deutlich unter dem Qualifikationsniveau der bisherigen Tätigkeit liegen. Bei einer BU Versicherung sieht dies anders aus. Hier ist bei den meisten Policen eine Verweisung auf andere Tätigkeiten ausgeschlossen. Doch auch bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung sind die Leistungen im Versicherungsfall an verschiedene Bedingung geknüpft. Wie hoch die monatliche Rente ausfällt, wird bei Abschluss der Versicherung vereinbart. Als Orientierung sollte auch hier das bisherige Nettoeinkommen zu Grunde gelegt werden. Eine solide Sicherung sehen Experten bei etwa 70 bis 80 Prozent gewährleistet. Bei vielen Policen wird die Leistung zudem an die Lohnentwicklung angepasst.

Wie teuer ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird privat abgeschlossen. Das heißt, sowohl die Leistung als auch die monatlichen Prämien werden individuell vereinbart. Wie hoch die Prämien ausfallen, die Monat für Monat eingezahlt werden müssen, hängt zunächst von der vereinbarten Rente ab. Daneben spielen aber noch weitere Parameter eine entscheidende Rolle:

  • Ausgeübter Beruf
  • Alter
  • Gesundheitszustand
  • Lebenswandel

Ganz entscheidend wirkt sich der ausgeübte Beruf auf die Prämien aus. Denn verschiedene Berufe sind mit spezifischen Risiken für eine Berufsunfähigkeitsversicherung verbunden. Ein niedriges Risiko haben etwa klassische Bürojobs, wie Buchhalter oder technische Zeichner. Dagegen müssen sich Handwerker, wie etwa Dachdecker, auf sehr hohe Prämien einstellen. Zudem steigt die Prämie mit zunehmendem Alter, in dem die Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird. Es lohnt sich also durchaus, bereits in jungen Jahren über eine solche Versicherung nachzudenken. Vor dem Abschluss der Versicherung wird zudem eine gesundheitliche Untersuchung verlangt. Vorerkrankungen oder besondere Risiken können zu höheren Prämien oder sogar zu einer Verweigerung der Versicherung führen. Auch der Lebenswandel hat Einfluss. Raucher oder Personen, die besonders riskanten Sportarten nachgehen, müssen sich auf höhere Prämien einstellen. Es lohnt sich, Angebote verschiedener Versicherer einzuholen und bei der Entscheidung auf einen unabhängigen Berater zu vertrauen.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Wann greift die BU?

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, fühlt sich gut gegen unfall- oder krankheitsbedingte Härtefälle des Lebens abgesichert. Doch längst nicht immer zahlt eine Versicherung nur, weil der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann. Entscheidend ist zunächst der zuletzt ausgeübte Beruf, auch wenn der Versicherte beim Abschluss der Versicherung in einem anderen Beruf tätig war. Zum Teil gibt es Meldepflichten. Das heißt, die Versicherten sind verpflichtet, Änderungen des beruflichen Status mitzuteilen. Der Versicherungsfall ist eigetreten, wenn dieser Beruf zu nur noch 50 Prozent oder weniger ausgeübt werden kann. Zudem kommt es auf die Prognose an. Der feste Prognosezeitraum von drei Jahren wurde zwar abgeschafft. Doch gilt es weiterhin als Voraussetzung für die Auszahlung der Rente, wenn der Zustand der Berufsunfähigkeitsversicherung mindestens für drei Jahre zu erwarten ist. Auch zwischenzeitlich können Prüfungen der Berufsunfähigkeit verlangt werden. Außerdem enthalten Berufsunfähigkeitsversicherungen Klauseln, die den Leistungsanspruch einschränken oder auch erweitern können. Dazu gehören:

  • Dienstunfähigkeitsklausel
  • Flugdienstunfähigkeitsklausel
  • BU Klauseln für Hausfrauen und -männer
  • Schüler und Studentenklauseln
  • Optionsklauseln für Existenzgründer

Bei der Dienstunfähigkeitsklausel wird etwa die Entscheidung des Dienstherrn akzeptiert, einen Beamten in den Ruhestand oder die Dienstunfähigkeit zu versetzen. Die Rente wird dann ohne weitere Prüfung ausgezahlt. Piloten sollten auf die Flugdienstunfähigkeitsklausel achten. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Versicherungsfall anerkannt wird und nicht auf andere Tätigkeiten verwiesen wird, sollte die Fluglizenz entzogen werden.

Fazit – Solide Absicherung durch Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung gehört unbedingt zu einer vollständigen Absicherung, da die staatlichen Sicherungssysteme bei Verlust der Berufsfähigkeit keine ausreichende Sicherung bieten. Wichtigster Vorteil ist, dass die zuletzt ausgeübte Tätigkeit gilt und die Berufsunfähigkeitsrente individuell festgelegt wird. Wie hoch die monatlichen Beiträge ausfallen, hängt von der vereinbarten Rente und von den individuellen Voraussetzungen des Versicherten ab.

Für den optimalen Versicherungsschutz auch bei Berufsunfähigkeit empfiehlt sich eine Bertaung durch Experten. Vereinbaren Sie ein persönliches Gespräch mit einem Versicherungsvermittler in Ihrer Umgebung: