Die betriebliche Krankenversicherung als zusätzliche Absicherung

Die betriebliche Krankenversicherung bietet Arbeitnehmern ein Instrument, um neben dem Standardkatalog der gesetzlichen Versicherung weitere Leistungen zu versichern. Auch Arbeitgeber können vom Instrument der betrieblichen Krankenversicherung profitieren. Lesen Sie hier, was Sie rund um dieses Angebot unbedingt wissen sollten.

Betriebliche Krankenversicherung: Privater Versicherungsstatus auch für gesetzlich Versicherte?

In Deutschland sind Angestellte mit normalem Einkommen verpflichtend über eine gesetzliche Krankenversicherung versichert. Erst wenn die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze von aktuell 4.425 Euro pro Monat überschritten wird, entfällt die Versicherungspflicht. Als Arbeitnehmer können Sie dann selber entscheiden, ob Sie sich freiwillig in einer gesetzlichen Krankenversicherung absichern möchten oder eine private Absicherung vorziehen. Eine private Krankenversicherung bietet u.a. den Vorteil, dass die Versicherten selber über die abzusichernden Leistungen entscheiden können. Dagegen sind die versicherten Leistungen einer gesetzlichen Krankenversicherung weitgehend vorgegeben.

Doch auch als gesetzlich Versicherter haben Sie die Möglichkeit, einen zusätzlichen privaten Versicherungsschutz zu erhalten. Ein Weg hin zu einem zusätzlichen Versicherungsschutz stellt eine betriebliche Krankenversicherung dar.

Prinzipiell können bei einer betrieblichen Krankenversicherung verschiedene Leistungsbestandteile ausgewählt werden:

  • Zusatzleistungen für ambulante und stationäre Behandlungen
  • Leistungen von Heilpraktikern
  • Krankentagegeld
  • Betriebliches Gesundheitsmanagement
  • Notfallbehandlungen, darunter auch psychologische Beratung
  • Reisekrankenversicherung
  • Zahnbehandlungen und Zahnersatz (inklusive Vorsorge)
  • Spezielle, auf den Betrieb zugeschnittene Leistungen (etwa bei Ausfall von Spezialisten)

Von einer solchen Zusatzversicherung können theoretisch viele Arbeitnehmer profitieren. Voraussetzung ist jedoch, dass der Arbeitgeber ein entsprechendes Modell anbietet. Bei der konkreten Gestaltung gibt es zahlreiche Möglichkeiten. In vielen Fällen schafft der Arbeitgeber einen auf die Anforderungen des Unternehmens zugeschnittenen Rahmen. Partner ist ein privater Versicherungsanbieter. Die Beschäftigten können sich dann in der Regel selber einen Versicherungsschutz aus dem Katalog zusammenstellen.

Betriebliche Krankenversicherung: Vorteile für Arbeitnehmer

Bei so gut wie jeder betrieblichen Krankenversicherung gehören Zusatzleistungen für ambulante sowie für stationäre Behandlungen zu den Leistungen. Darunter sind etwa Unterbringung im Einzel- bzw. Zweibettzimmer zusammengefasst. Daneben kann ein Anspruch auf Chefarztbehandlung zu den Leistungen gehören. Auch wer Wert auf alternative Therapiemöglichkeiten, etwa heilpraktische Verfahren oder Osteopathie, legt, kann diese mit einer betrieblichen Krankenversicherung absichern. Für den krankheitsbedingten Ausfall kann außerdem ein zusätzliches Krankentagegeld vereinbart werden.

Auch Zahnbehandlungen stellen einen wichtigen Bestandteil betrieblicher Krankenversicherungen dar. Insbesondere bei Zahnersatz müssen gesetzlich Versicherte regelmäßig mit hohen Zuzahlungen rechnen. Dies gilt besonders dann, wenn höherwertige Materialien eingesetzt werden. Daneben bieten sich für die Versicherten einige weitere interessante Bestandteile an. Wer beruflich oder privat viel reist, kann auf eine Reise- bzw. Auslandskrankenversicherung zurückgreifen. Darüber hinaus ist eine Absicherung von Familienmitgliedern möglich. Partner und Kinder profitieren dann ebenfalls von einem zusätzlichen Versicherungsschutz.

Diese Vorteile können Arbeitnehmer zu deutlich vergünstigten Beiträgen in Anspruch nehmen. Im Gegensatz zu einer reinen privaten Versicherung erfolgt eine sofortige Aufnahme ohne Wartezeiten. Zudem erfolgt nur eine verkürzte oder sogar überhaupt keine gesundheitliche Prüfung. Die Arbeitnehmer können prinzipiell mit einer Aufnahmegarantie rechnen.

Betriebliche Krankenversicherung: Vorteile für Arbeitgeber

Doch nicht nur für Arbeitnehmer bietet eine betriebliche Krankenversicherung handfeste Vorteile. Zum einen gilt die Option einer betrieblichen Krankenversicherung als interessantes Zusatzangebot. Der Arbeitgeber wird somit attraktiver für die Beschäftigten sowie für potentielle Bewerber. Darüber hinaus wird mit der besseren Versorgung im Krankheitsfall aber auch ganz konkret etwas für die Gesundheit der Mitarbeiter getan. Es können außerdem zusätzliche Leistungen durchgeführt werden, wie etwa ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Dabei werden etwa besondere Belastungen für bestimmte Berufsgruppen im Unternehmen analysiert. Auf dieser Basis lassen sich dann spezielle, betriebliche Vorsorgemaßnahmen einführen. Zum möglichen Leistungskatalog einer betrieblichen Altersvorsorge gehören außerdem Notfallmaßnahmen. Sollte es etwa bei Unfällen zu starken psychischen Belastungen kommen, kann eine psychologische Betreuung angeboten werden. Nicht zuletzt können Maßnahmen versichert werden, die für die Wiedereingliederung von langfristig erkrankten Mitarbeitern wichtig sind.

Betriebliche Krankenversicherung: Steuerliche Vorteile

Zu den praktischen Vorteilen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer kommt außerdem ein steuerlicher Vorteil der betrieblichen Krankenversicherung. Seit 2014 werden Ausgaben für die betriebliche Krankenversicherung nicht mehr als Sachlohnzuwendung betrachtet. Damit ist auch die Freigrenze in Höhe von 44 Euro weggefallen. Bis zu diesem Betrag waren die Beiträge nämlich steuer- und sozialversicherungsfrei. Allerdings bleibt für den Arbeitgeber die Möglichkeit, die gezahlten Beiträge als Betriebsausgaben abzusetzen. Somit können zumindest Steuern gespart werden.

Für wen kommt die betriebliche Krankenversicherung konkret in Frage?

Statistiken zeigen, dass die betriebliche Krankenversicherung bisher eher wenig verbreitet ist. Nur 19 Prozent aller Arbeitnehmer verfügen derzeit über eine entsprechende Absicherung. Das liegt auch daran, dass es nur in elf Prozent der Unternehmen ein solches Angebot überhaupt gibt. Diese niedrigen Werte könnten auch an den gesetzlichen Vorrausetzungen liegen. So kann der Versicherungsvertrag zunächst nur durch das Unternehmen abgeschlossen werden. Und das auch nur dann, wenn sich der Vertrag auf eine homogene Gruppe von Mitarbeitern bezieht. Hierzu können etwa alle Facharbeiter oder alle Führungskräfte gehören. Versichert werden können außerdem nur Mitarbeiter in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Auch Mitarbeiter in der Probezeit sind von einer betrieblichen Krankenversicherung ausgeschlossen. Saisonarbeiter, Zeitarbeiter sowie geringfügig Beschäftigte können ebenfalls nicht betrieblich krankenversichert werden.

Fazit – die betriebliche Krankenversicherung bietet umfassende Vorteile

Sowohl aus Sicht von Arbeitgebern als auch von Arbeitnehmern spricht einiges für die betriebliche Krankenversicherung. In Zeiten, in denen die Leistungskataloge der gesetzlichen Krankenversicherung tendenziell zusammengestrichen werden, bietet die betriebliche Krankenversicherung einen komfortablen Versicherungsschutz für die Beschäftigten. Der Arbeitgeber verschafft sich mit diesem Instrument nicht nur einen zusätzlichen Pluspunkt in der Kategorie Attraktivität. Er sorgt auch ganz konkret für bessere Gesundheit im Unternehmen. Die Kosten können dabei als betriebliche Ausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Trotzdem ist die betriebliche Krankenversicherung derzeit kaum verbreitet. Unternehmen sollten also darüber nachdenken, ihre Attraktivität auf diese Weise zu verbessern. Die Initiative dazu kann natürlich auch von den Arbeitnehmern selber oder der Politik ausgehen. Möglicher Ansprechpartner ist neben dem Vorgesetzten auch der Betriebsrat.

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