Gesetzliche Krankenversicherung – Das steckt in der GKV

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) stellt einen wichtigen Baustein im deutschen System der sozialen Versicherung dar. Weitere Bestandteile sind die Unfallversicherung, die Pflegeversicherung sowie die Rentenversicherung. Das System soll sicherstellen, dass die Menschen möglichst in allen Lebensphasen sowie in individuellen Notlagen so gut wie möglich abgesichert sind. Die GKV soll dabei eine umfassende Gesundheitsversorgung absichern.

Bei längeren Erkrankungen wird durch die Krankenversicherung neben den Behandlungskosten durch die Lohnfortzahlung auch die finanzielle Absicherung übernommen. Neben den solidarisch finanzierten gesetzlichen Krankenkassen gibt es in Deutschland außerdem das System der privaten Krankenversicherungen. Wir wollen nun das Prinzip der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland erläutern und auf einige Unterschiede zu den privaten Kassen eingehen. Neben vielen Vorteilen der gesetzlichen Krankenversicherung sollten auch einige Nachteile im Auge behalten werden.

Gesetzliche Krankenversicherung: Das Solidarprinzip

Die gesetzliche Krankenversicherung basiert auf dem Solidarprinzip. Das bedeutet, dass weitgehend gleiche Leistungen für alle geboten werden – die jedoch über einen individuellen Beitrag finanziert werden. Die Höhe des monatlichen Beitrags, den jedes Mitglied an eine der gesetzlichen Krankenkassen entrichten muss, um voll abgesichert zu sein, richtet sich nach dessen individuellen finanziellen Verhältnissen. Menschen mit einem vergleichsweise geringen Einkommen können sich durchaus günstig versichern. So können sich etwa Studenten ohne eigenes Einkommen bereits für Beiträge um die 100 Euro im Monat versichern.

Grundsätzlich besteht eine Versicherungspflicht, von der es wiederum einige Ausnahmen gibt. Bei angestellten Arbeitnehmern richtet sich der Beitrag nach dem Bruttoeinkommen und wird zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber aufgeteilt. Der Anteil des Arbeitnehmers liegt aktuell bei 8,3 Prozent des Bruttolohns, der Arbeitgeber zahlt 7,3 Prozent. Hinzu kommt ein Zusatzbetrag, der sich von Kasse zu Kasse unterscheiden kann. Somit liegt der Gesamtbeitrag für den Arbeitnehmer in einem Bereich von 8,3 bis ca. 9 Prozent. Mit den Beiträgen zur Krankenkasse werden außerdem die Beiträge für die Pflegeversicherung eingezogen. Den Zusatzbeitrag müssen die Arbeitnehmer alleine tragen. Mit folgenden Beiträgen muss in etwa gerechnet werden:

Gesetzliche Krankenversicherung Beiträge

Die Beiträge steigen bis zum Erreichen der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze an. Diese liegt im Jahr 2018 bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von 53.000 Euro. Dies entspricht einem monatlichen Bruttogehalt von 4.425 Euro. Die Beitragsbemessungsgrenze wird regelmäßig angepasst. Für Personen, deren Einkommen über dieser Grenze liegt, entfällt außerdem die Versicherungspflicht. Es besteht nun die Möglichkeit, in eine private Versicherung zu wechseln.

Gesetzliche Krankenversicherung: Die Vorteile

Wer eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Anspruch nimmt, kann zunächst auf einen umfassenden Versicherungsschutz vertrauen. Unter anderem werden folgende Leistungen durch die gesetzliche Krankenkasse übernommen:

  • Ärztliche und zahnärztliche Behandlungen inklusive Zahnersatz
  • Arzneimittel
  • Hilfsmittel und Heilmittel
  • Krankenhausbehandlungen
  • Krankengeld
  • Fahrtkosten
  • Vorsorge und Reha-Maßnahmen
  • Schutzimpfungen
  • Schwangerschaft / Mutterschaft sowie Entbindung
  • Häusliche Krankenpflege
  • Psychotherapien

Die Leistungen umfassen also deutlich mehr als nur Behandlungen im Krankheitsfall. So erstatten die Krankenkassen auch Fahrtkosten, die für eine Behandlung notwendig werden. Auch Hilfs- und Heilmittel, wie etwa Rollstühle, Krücken oder Stützstrümpfe werden von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert. Der Leistungskatalog reicht bis hin zu Reha-Maßnahmen und zur häuslichen Krankenpflege.

Darüber hinaus bietet die gesetzliche Krankenversicherung weitere Vorzüge. Dazu gehören insbesondere die Möglichkeiten der Familienversicherung. So ist es möglich, Kinder bis zum 18. Geburtstag und auch darüber hinaus kostenlos mitzuversichern. Dies ist sogar bis zum 25. Lebensjahr möglich, wenn sich die Kinder in einer Ausbildung bzw. in einem Studium befinden und noch kein eigenes Einkommen erzielen. Auch der Ehe- bzw. Lebenspartner kann kostenlos mitversichert werden, wenn er kein eigenes Einkommen hat bzw. weniger als 450 Euro verdient.

Gesetzliche Krankenversicherung: Unterschiedliche gesetzliche Krankenkassen

In Deutschland gibt es rund 120 gesetzliche Krankenkassen. Diese lassen sich in folgende Kategorien einordnen:

  • Allgemeine Ortskrankenkassen (AOK)
  • Betriebskrankenkassen (BKK)
  • Innungskrankenkassen
  • Landwirtschaftliche Krankenkassen
  • Knappschaft
  • Ersatzkassen

Im Prinzip sind die Leistungen und Bedingungen dieser gesetzlichen Krankenkassen identisch. Unterschiede gibt es allerdings bei einzelnen Leistungen. So finanzieren etwa nur wenige Krankenkassen naturheilkundliche Verfahren. Unterschiede gibt es außerdem bei den Zusatzbeiträgen. Der Wechsel zwischen Krankenkassen kann sich vor diesem Hintergrund durchaus lohnen. Im Prinzip stehen den Bürgern dabei alle Krankenkassen weitgehend offen. Allerdings gibt es Einschränkungen je nach Bundesland und zum Teil auch nach Beruf. Eine Ausnahme stellt die landwirtschaftliche Krankenkasse dar, die ausschließlich Landwirten vorbehalten ist. Wer Mitglied einer Krankenkasse wird, ist dann für 18 Monate an diese Kasse gebunden.

Für wen lohnt sich die private Versicherung bzw. Zusatzversicherung?

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet viele Vorteile und eine umfängliche Absicherung. Im Vergleich zu den privaten Krankenversicherungen werden jedoch immer wieder auch Nachteile diskutiert. Tatsächlich müssen gesetzlich Versicherte gegenüber privat Versicherten mit einigen Unterschieden und auch Nachteilen rechnen. So bevorzugen einige Arztpraxen und Krankenhäuser Privatversicherte bei der Terminvergabe.

Darüber hinaus bieten private Versicherungen häufig bessere Bedingungen, etwa durch Chefarztbehandlung oder Unterbringung im Einzelzimmer. Inwieweit damit aber ein therapeutischer Vorteil verbunden ist, ist umstritten. Im Gegensatz zur gesetzlichen Versicherung wird in der privaten Versicherung jeder Versicherte nicht nach seinem Einkommen, sondern nach seinem individuellen Risiko versichert. Vor allem junge Patienten mit hohem Einkommen können so gegenüber der gesetzlichen Versicherung durchaus Geld sparen. Dagegen ist eine Familienversicherung in der privaten Versicherung nicht möglich, so dass sich der Vorteil aufhebt, sobald eigene Kinder versichert werden müssen. Eine interessante Alternative kann darin bestehen, den gesetzlichen Versicherungsschutz durch private Zusatzversicherungen zu erweitern. Etwa für Zahnersatz oder eine bessere Behandlung im Krankenhaus.

Fazit – Gesetzliche Krankenversicherung als solide Absicherung

Mit der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in Deutschland ein insgesamt solides System, welches die Menschen auf solidarischer Basis absichert. Neben Behandlungskosten werden auf diese Weise auch viele weitere mit einer Erkrankung verbundene Kosten übernommen. Dazu gehören neben Reha-Maßnahmen auch Heil- und Hilfsmittel. Bei längeren Krankheiten wird über einen bestimmten Zeitraum auch die Lohnfortzahlung übernommen.

Zudem können über die Familienversicherung auch Kinder und Ehepartner kostenlos mitversichert werden. Finanziert wird die gesetzliche Krankenversicherung über monatliche Beiträge, die sich nach dem Bruttoeinkommen bemessen und durch die Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt sind. Zwischen den rund 120 Krankenkassen in Deutschland gibt es bezüglich der Leistungen und Zusatzbeträge kleinere Unterschiede, so dass sich ein Wechsel unter Umständen lohnen kann. Eine Alternative bieten außerdem private Krankenversicherungen, die jedoch nicht allen Menschen offenstehen.

Informationen und Beratung zu den gesetzlichen Krankenkassen erhalten Sie bei einem Versicherungsexperten. Einen lokalen Ansprechpartner finden Sie über unsere Suche: