Gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist eine wichtige Säule des deutschen Sozialversicherungssystems. Die gesetzliche Rentenversicherung wurde eingeführt, um eine solide Alterssicherung zu gewährleisten. Die Rentenversicherung geht dabei zurück auf die Initiative des Reichskanzlers Bismarck am Ende des 19. Jahrhunderts. Bismarck wollte angesichts steigender Lebenserwartung ein Modell schaffen, welches den Menschen nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben ein verlässliches Auskommen ermöglicht. Nach wie vor sichert ein Großteil der Deutschen über die gesetzliche Rentenversicherung ihren Lebensabend. Mittlerweile wird aber von Experten bezweifelt, dass die gesetzliche Rente als Altersvorsorge ausreicht und empfehlen eine zusätzliche Sicherung. Doch warum kommt die gesetzliche Rentenversicherung an ihre Grenzen und wie können Sie reagieren?

Das Prinzip der gesetzlichen Rentenversicherung

Bei der gesetzlichen Rentenversicherung handelt es sich um ein Modell, welches auf dem Prinzip der Umlagefinanzierung beruht. Dies bedeutet, dass nicht etwa jeder Versicherte für sich selber einen Betrag anspart, der dann beim Erreichen des Rentenalters wieder aufgebraucht wird. Stattdessen werden die Beiträge der heutigen Einzahler dazu verwendet, die aktuellen Renten zu finanzieren. Die Rentenversicherung verfügt dabei nur über eine relativ kleine Liquiditäts- bzw. Schwankungsreserve. Allerdings gilt es als ausgeschlossen, dass Renten nicht ausbezahlt werden können, weil nicht genügend Beiträge eingenommen werden konnten. Stattdessen werden eventuelle Fehlbeträge durch den Bund über Steuereinnahmen ausgeglichen. Die Rentner haben einen gesetzlichen Anspruch auf ihre Rente und faktisch ist es auch noch nicht vorgekommen, dass die Rentenkasse Zahlungen schuldig bleiben musste.

Gleichwohl ist sowohl die Höhe der Beiträge sowie die Höhe der Renten ständig Gegenstand von politischen Auseinandersetzungen. Die Einnahmen und Ausgaben der Rentenkasse unterliegen sowohl kurzfristigen als auch langfristigen Veränderungen. Kurzfristig haben etwa konjunkturelle Entwicklungen Auswirkungen auf die Einnahmen, etwa wenn die Arbeitslosigkeit steigt und daher weniger eingezahlt wird. Langfristig sorgt vor allem die Entwicklung des demografischen Wandels für Verschiebungen. Auf der einen Seite rücken aufgrund niedrigerer Geburtenzahlen immer weniger Berufstätige als potentielle Beitragszahler nach. Auf der anderen Seite steigt durch eine wachsende Lebenserwartung die Zahl der Rentenempfänger. Diese Entwicklung wird sich über die nächsten Jahrzehnte weiter fortsetzen, so dass mit weiteren Veränderungen bei der gesetzlichen Rentenversicherung zu rechnen ist. Das Grundprinzip wird indes nicht in Frage gestellt.

Gesetzliche Rentenversicherung: Wer wird überhaupt versichert?

Versichert werden in der gesetzlichen Rentenversicherung zunächst alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und zwar zwingend. Wer also einen regulären Job aufnimmt und ein Gehalt bezieht, wird automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung aufgenommen. Dies gilt auch für Lehrlinge, Azubis oder für Studierende mit Nebenjob. Und auch wer seinen Job verliert und zwischenzeitlich Arbeitslosengeld bezieht, bleibt weiterhin Mitglied der Rentenversicherung. Entsprechende Beiträge werden nun über das Arbeitslosengeld beglichen. Folgende Gruppen sind dagegen von einer Versicherungspflicht befreit:

  • Zeit- und Berufssoldaten
  • Richter
  • Geringfügig Beschäftigte
  • Beamte
  • Altersrentner
  • Freiberufler und Selbstständige für die keine Pflichtversicherung besteht

Eine große Gruppe stellen dabei die Selbstständigen dar. Selbstständige sind von der Versicherungspflicht befreit und daher gut beraten, selber für ihren Ruhestand vorzusorgen. Allerdings gibt es auch von dieser Regelung einige Ausnahmen. Nicht von der Versicherungspflicht befreit sind unter anderen folgende Berufe:

  • Lehrer
  • Hebammen
  • Handwerker und Gewerbetreibende

Zudem gibt es bestimmte Berufsgruppen, die über eigene Versorgungswerke verfügen und daher ebenfalls nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen. Hierzu gehören unter anderem Ärzte.

Gesetzliche Rentenversicherung: Wann und wie viel wird gezahlt?

Wer in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert ist, hat einen individuellen Anspruch gegenüber der Rentenkasse. Dabei kann Rente aus unterschiedlichen Gründen ausgezahlt werden. Am wichtigsten ist natürlich die Rente aus Altersgründen. Das Alter für den Renteneintritt wird dabei durch den Staat gesetzlich festgelegt. Lange Zeit lag das Renteneintrittsalter bei 65 Jahren. Vor einigen Jahren wurde allerdings durch die Bundesregierung beschlossen, das Rentenalter schrittweise heraufzusetzen. Das Renteneintrittsalter steigt nun schrittweise auf 67 Jahre an. Alternativ haben Beschäftigte die Möglichkeit, vorzeitig in Rente zu gehen. Dafür müssen sie aber Abschläge bei der Höhe der Rente in Kauf nehmen.

Daneben kann die Rente aber auch in Folge eines Todesfalls beantragt werden. Hinterbliebene haben unter Umständen einen Anspruch auf Witwen- bzw. Witwerrente, wenn der versicherte Ehepartner die allgemeine Wartezeit erfüllt hat. Dies bedeutet, dass zumindest für diese Wartezeit in die Rentenversicherung eingezahlt wurde. Dabei gelten unterschiedliche Wartezeiten für verschiedene Fälle. Diese Wartezeit für die normale Regelaltersrente beträgt etwa fünf Jahre.

Eine dritte Möglichkeit, Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erhalten, ist die Erwerbsunfähigkeit. Diese muss durch einen Arzt festgestellt werden.

Wie hoch die Rente ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Für die Altersrente gilt ein bestimmtes Rentenniveau, welches durch die Bundesregierung festgelegt wird. Dabei ist die Entwicklung der Renten auch an die Entwicklung des allgemeinen Lohnniveaus gekoppelt. Rentenerhöhungen müssen aber formal durch den Bundestag beschlossen werden. Das individuelle Rentenniveau hängt dagegen davon ab, wie lange und wie viel eingezahlt wurde. Für einen Rentner, der rund 45 Arbeitsjahre voll gearbeitet hat, ist in etwa mit einer Rente zu rechnen die bei rund 50 Prozent des letzten Bruttogehalts (entspricht ca. 68 Prozent vom Nettogehalt) liegt. Es ist davon auszugehen, dass dieser Anteil weiter sinkt, so dass private Vorsorge wichtiger denn je ist.

Wie kann man sich zusätzlich zur gesetzlichen Rentenversicherung absichern?

Da zu erwarten ist, dass das Niveau der Rente weiter sinkt, sind heutige Arbeitnehmer gut beraten, zusätzlich zur gesetzlichen Rente vorzusorgen. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  • Erwerb einer Immobilie für die Eigennutzung
  • Abschluss einer Riester Rente
  • Abschluss einer Kapitallebensversicherung
  • Bildung von privaten Rücklagen

Eine zusätzliche Sicherung kann dabei aus mehreren der genannten Elemente bestehen. Eine Immobilie kann etwa den Vorteil bieten, dass im Alter keine Miete mehr gezahlt werden muss. Zudem hat der Staat mit der Riester Rente ein zusätzliches Instrument für die private Alterssicherung eingeführt. Dabei kann mit staatlichen Zulagen ein garantierter zusätzlicher Rentenanspruch aufgebaut werden. Mit einer Kapitallebensversicherung lässt sich ebenfalls eine solide zusätzliche Sicherung für den Ruhestand aufbauen. Im Todesfall profitieren der Partner oder die Kinder von einer solchen Versicherung. Nicht zuletzt hat natürlich jeder die Möglichkeit, selber regelmäßig Geld für das Alter zurückzulegen.

Fazit – Gesetzliche Rentenversicherung als wichtiger Baustein der Altersvorsoge

Durch die gesetzliche Rentenversicherung steht in Deutschland, wie auch in vielen anderen Industrieländern, ein staatliches Instrument zur Verfügung, mit dem der Lebensstandard nach Austritt aus dem Berufsleben gesichert werden kann. Von einigen Ausnahmen abgesehen, sind alle Beschäftigten verpflichtet, in das gesetzliche Rentensystem einzuzahlen. Durch die demographischen Veränderungen ist aber abzusehen, dass die gesetzliche Rente in Zukunft nicht mehr ausreichen wird, alleine für ein komfortables Auskommen zu sorgen. Um im Alter nicht von Existenzsorgen und Altersarmut bedroht zu sein, ist es daher empfehlenswert, sich zusätzlich zur gesetzlichen Rente um eine private Altersvorsorge zu kümmern. Ein Versicherungsvermittler berät Sie kompetent zu den verschiedenen Möglichkeiten der Rentenversicherung. Wenden Sie sich an einen Experten vor Ort: