Hausratversicherung – Welchen Schutz bietet sie?

Die Hausratversicherung: Rund 80% der deutschen Versicherungsnehmer besitzen eine. Die Hausratversicherung schützt Sie vor Verlust und Schäden an Ihrem Hausrat. Das macht diese Form einer Versicherung zu der in Deutschland verbreitetsten. Doch welchen Schutz bietet die Versicherung genau? Auf was muss man achten?

Eine Hausratversicherung sichert die privaten Besitztümer auch gegen Naturgewalten ab. Vor dem Abschluss sollten sich Interessierte aber die Frage stellen, wie sinnvoll die Hausratversicherung im persönlichen Fall ist. Wie wahrscheinlich beschädigt etwa ein Hagelsturm Mobiliar und Einrichtung? Und dann so gravierend, dass es ein Fall für die Versicherung wird? Vor Abschluss einer Hausratversicherung ist es also ratsam, Kosten und Nutzen genau abzuwägen. Woran aber kann man festmachen, ob eine Hausratversicherung sinnvoll ist oder überflüssig? Dazu ist zunächst einmal wichtig zu wissen, was eine solche Versicherung eigentlich abdeckt.

Was versichert eine Hausratversicherung?

Die Hausratversicherung zählt zu den sogenannten Sachversicherungen. Das bedeutet zunächst einmal, dass sie Gegenstände, aber keine Personen gegen Schäden absichert. Versicherbare Gegenstände sind dabei der allgemeine Hausrat. Dieser umfasst alle im Haus oder in der Wohnung befindlichen Objekte. Möbel gelten ebenso als Hausrat wie Schmuck und wertvolle Dekorationsobjekte, Bilder, Einrichtungsgegenstände und Erbstücke.

Per Definition sind alle beweglichen Besitztümer mittels Hausratversicherung gegen Schäden versicherbar. Voraussetzung dafür, dass eine Standardhausratversicherung den Besitz schützt, ist, dass er privat genutzt wird. Das gilt auch für Gegenstände im Home Office. Aber nur dann, wenn das Büro nicht über einen externen Zugang erreichbar ist. In Ausnahmefällen ist aber auch ein außen gelegenes Büro in die Hausratspolice integrierbar.

Versichert ist ausschließlich Hausrat, der sich an dem Wohnort befindet, der in der Police festgelegt ist. Zum Wohnraum zählen dabei meist auch Balkone und Gärten. Garagen und Einliegerwohnungen hingegen sind je nach Versicherer und Police gesondert zu behandeln. Hier spielen die Lage und Entfernung zum Hauptwohngebäude eine wichtige Rolle. Sofern die Gebäude noch einsehbar sind, können sie in die gleiche Police integriert werden.

Hausratversicherung: Versicherungsschutz während Aus- und Umzügen

Bei vielen Hausratversicherungen ist der Hausrat auch bei Umzügen mitversichert. In der Übergangszeit sind gar beide Wohnorte durch die Police abgedeckt. Auch dann, wenn nicht sofort die Adressänderung an den Versicherer weitergeleitet wurde. Allerdings besteht eine Frist, innerhalb derer der Versicherungsnehmer seinen Umzug mitteilen muss. Diese variiert je nach Versicherungsanbieter. In der Regel ist die Anschrift in der Police nach spätestens drei Monaten zu aktualisieren. Der Transport der beweglichen Besitztümer aber ist grundsätzlich mitversichert.

Hierzu sind allerdings noch einige Hinweise wichtig:

  • Der Versicherungsschutz endet an der deutschen Grenze. Bei Umzügen ins Ausland greift die Hausratversicherung nach Grenzübergang also nicht mehr. Und auch vor Grenzübergang nur gegen Schäden, die durch ausdrücklich versicherte Ursachen entstanden sind.
  • Es gibt die Möglichkeit, den Hausratsschutz über die Ländergrenzen zu erweitern. Hierzu muss aber in der Regel eine separate Police abgeschlossen werden. Wird der Hausrat per Umzugsunternehmen ins Ausland transportiert, bieten diese oft günstigere Alternativen an. Statt einer Hausratversicherung für den Möbeltransport lohnt sich dann der Griff zu deren Angeboten. Zumal es später ohnehin sinnvoller ist, eine Hausratversicherung im jeweiligen Land abzuschließen.
  • Auch bei einer Hausratversicherung gibt es eine Art Ehegattensplitting. Dieses greift, wenn eine Scheidung und damit der Auszug einer der versicherten Parteien ansteht. So sind in den ersten Monaten nach dem Auszug weiter beide Haushalte versichert. Denn bei Hausratversicherungen gilt eine Sonderregelung. Nicht nur der Hausrat des namentlich erwähnten Versicherungsnehmers ist geschützt. Auch der der im Haushalt lebenden Personen wie (Ehe-) Partner und Kinder. Binnen der mit dem Versicherer vereinbarten Frist muss später eine gesonderte Hausratversicherung abgeschlossen werden.
  • Ebenso versichert ist Hausrat von Kindern, wenn sie im Zuge einer Ausbildung ausziehen. Und zwar für die gesamte Dauer des Ausbildungszeitraumes. Danach endet der Schutz und eine eigene Hausratversicherung muss abgeschlossen werden.

Hiergegen ist man mit einer Hausratversicherung geschützt

Eine Hausratversicherung greift bei Schäden durch

  • Brand
  • Blitzschlag
  • Explosionen
  • Implosionen
  • Rohrbruch
  • Wasser
  • Frost und Eis
  • Sturm und Hagel
  • Vandalismus
  • Flugzeugabstürze
  • Einbruchdiebstahl und Raub

Es gibt aber Voraussetzungen, die im Schadensfall erfüllt werden müssen, damit der Versicherungsschutz greift. Allen voran darf kein Selbstverschulden vorliegen. Auch nicht durch Unterlassung, wie etwa dem Schließen der Balkontür bei Abwesenheit.

Genau hier setzt die Kritik an Hausratversicherungen oft an: Das bewegliche Besitztum befindet sich außerhalb der Reichweite vieler versicherter Gefahren. So sind Flugzeugabstürze ins Eigenheim selbst dann selten, wenn man nahe einer Einflugschneise wohnt. Ebenso ist eine Gasexplosion dort eher unwahrscheinlich, wo keine Gasleitungen verlegt sind.

Kritikpunkte an der Hausratversicherung

Kritische Stimmen sprechen sich gegen die Hausratversicherung aus. Begründet meist durch die Unwahrscheinlichkeit, dass die versicherten Schadensfälle eintreffen. Allerdings ist eine Hausratversicherung Abwägungssache. Wer viele Wertgegenstände zu Hause hat, wird wahrscheinlicher Opfer von Diebstahl, als eine Studenten-WG.

Und natürlich sind bei Einbrechern die sentimentalen Besitztümer nur selten Objekt der Begierde. So argumentieren Hausratversicherungskritiker, dass man jeden anderen Verlust ersetzen kann. Besonders deshalb, weil Wertgegenstände standardmäßig maximal bis zu 20% der Versicherungssumme mitversichert sind. Dazu zählen auch Schmuck, Pelze und Antiquitäten.

Hausratversicherung: Lohnt sich der Abschluss?

Eine Hausratversicherung macht nicht in allen Fällen Sinn, kann sich aber lohnen. Eine Hausratversicherung zählt zu den vergleichsweise günstigen Versicherungen. Besonders gemessen daran, dass sie für diverse Aufwendungen und Folgekosten von Schadensfällen aufkommt. Wichtig für den Abschluss ist allem voran aber die persönliche Wohn- und Lebenssituation. Allerdings ist zu beachten, dass nicht alle Wohnsituationen in einer Standardhausratversicherung bedacht werden. So sind Schäden durch Hochwasser trotz Wasserschadenschutz nur in wenigen Policen standardmäßig inbegriffen. Diese müssen zusätzlich hinzugebucht werden.

Wer seinen Haushalt nach einem Schaden problemlos ersetzen kann, braucht keine Hausratversicherung. Bewohner von Gefahrengegenden sollten ihren Hausrat gegen mehr Naturgewalten absichern, als eine Standardpolice vorsieht. Gerade auch im Hinblick auf die in Deutschland zunehmenden extremen Unwetter und Hochwasser.

Je teurer der Haushalt und je riskanter die Wohnsituation, desto sinnvoller die Hausratversicherung. Besonders, wer Eigentum besitzt, fährt mit einer Hausratversicherung im Zweifelsfall besser.

Sie möchten Ihr Hab und Gut vor Schäden schützen? Bei der Beurteilung, ob eine Hausratversicherung für Sie sinnvoll ist, und der Wahl der geeigneten Police hilft Ihnen ein Versicherungsvermittler: