Kapitallebensversicherung – Absichern und Sparen in einem Vertrag

Bei der Kapitallebensversicherung handelt es sich um eine Mischung aus Sparanlage und Risikoversicherung. Doch was leistet die Versicherung eigentlich im Ernstfall? Und kann dadurch wirklich mehr als ein Notgroschen für den Ruhestand gebildet werden? Diese und andere Fragen sollen in den folgenden Abschnitten geklärt werden. Dabei zeigt sich, dass es auch noch andere Möglichkeiten gibt, um effektiv gegen Altersarmut und Lebensrisiken vorzusorgen.

Der Unterschied zu anderen Versicherungen

Mit Versicherungen ist es gemeinhin möglich, sich gegen die unterschiedlichsten Risiken des Lebens abzusichern. Einige Versicherungen sind dabei per Gesetz vorgeschrieben, wie etwa eine Haftpflichtversicherung für Autofahrer oder eine Sozialversicherung für die meisten Beschäftigten. Das Versicherungsprinzip beruht dabei prinzipiell darauf, dass man sich mit vergleichsweise geringen Beiträgen gegen ein großes Risiko absichern kann, welches bei seinem Eintreten die finanzielle Existenz gefährden kann. Tritt dieser Fall nicht ein, so hat der Versicherte seine Beiträge ohne eine echte Gegenleistung bezahlt.

Nach einem etwas anderen Prinzip funktioniert dagegen die Kapitallebensversicherung. Dieses Produkt, welches fast alle großen Versicherungsgesellschaften anbieten, setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen. Neben der Versicherung gegen die Folgen eines plötzlichen Todes soll mit dieser Versicherung auch Kapital für den Ruhestand aufgebaut werden.

Erster Bestandteil der Kapitallebensversicherung: Risikolebensversicherung

Den einen Bestandteil der Kapitallebensversicherung stellt die Risikolebensversicherung dar. Die soll vor allem eines: die Hinterbliebenen gegen die Folgen eines plötzlichen Todes von Ehepartner, Mutter oder Vater absichern. Denn klassische Familienkonstellationen sehen in der Regel so aus, dass die Kosten für den täglichen Lebensunterhalt über die Arbeit eines oder beider Partner bestritten wird. Der plötzliche Tod eines Partners stellt nicht nur einen schweren emotionalen Einschnitt in das Leben der Familie dar. Auch in finanzieller Hinsicht wird das Leben nun häufig auf den Kopf gestellt. Besonders hart trifft es Familien, deren Einnahmen vor allem auf dem Einkommen eines Hauptverdieners basierten. Fällt dieses plötzlich durch den Todesfall weg, kann der erarbeitete Lebensstandard nicht mehr aufrechterhalten werden.

Die Miete ist nun mitunter nicht mehr tragbar und es muss in eine kleinere Wohnung umgezogen werden. Hat die Familie Wohneigentum erworben, ist unter Umständen sogar der Notverkauf der Immobilie erforderlich. Denn die monatlichen Raten können ohne das Einkommen des verstorbenen Familienmitgliedes nicht mehr getragen werden. Aus diesem Grund wird in der Regel durch Banken auch der Abschluss einer Risikolebensversicherung verlangt, bevor ein Kredit für eine Immobilie gewährt wird. Über die Lebensversicherung erhalten die Hinterbliebenen einen finanziellen Ausgleich. Wie hoch dieser ausfällt, wird in der Versicherungspolice festgelegt. Die Versicherungsleistung kann dabei entweder in einer einmaligen Auszahlung bestehen, oder alternativ in einer Art Rente, also einer monatlichen Leistung. Eine Risikolebensversicherung ist ein wichtiger Bestandteil, um Partner und Kinder finanziell abzusichern. Allerdings wird hier ausschließlich für ein relativ unwahrscheinliches Risiko vorgesorgt. Rücklagen für das Alter werden auf diese Art und Weise zudem nicht gebildet. Dies geschieht mit dem zweiten Bestandteil.

Zweiter Bestandteil der Kapitallebensversicherung: Altersvorsorge

Die Crux an einer Versicherung liegt in den Augen vieler Verbraucher darin, dass man jahrelang einzahlt, am Ende aber in der Regel nichts herausbekommt. Das ist bei einer Kapitallebensversicherung anders, da hier Versicherung und Altersvorsorge kombiniert werden. Von den monatlichen Beiträgen, die als Prämie an die Versicherungsgesellschaft gezahlt werden, wird ein Teil für die Altersvorsorge angespart. Auch hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wie und wann die Vorsorgeleistung ausgezahlt wird. Normalerweise orientiert sich die Auszahlung am gesetzlichen Rentenalter. Wird regelmäßig eingezahlt und tritt der Versicherungsfall bis dahin nicht ein, kann neben der gesetzlichen Rente von einer zusätzlichen privaten Rente profitiert werden. Alternativ haben die Versicherten die Möglichkeit, sich den bis zum festgelegten Zeitpunkt angesparten Betrag vollständig auszahlen zu lassen. Wie hoch diese Auszahlung konkret ausfällt bzw. mit welcher monatlichen Rente der Versicherte rechnen kann, hängt von verschiedenen Bedingungen ab. Dazu gehören:

  • Höhe der monatlichen Beiträge
  • Dauer der Einzahlungsphase
  • Zugesicherte Garantieverzinsung
  • Anlageerfolg der Versicherungsgesellschaft

Zunächst ist natürlich die Sparsumme, also die monatliche Einzahlung, ausschlaggebend für die Leistungen der Versicherung. Daneben spielt aber auch die Anlagestrategie der Versicherung eine entscheidende Rolle. Die eingezahlten Beiträge werden nämlich nicht nur gesammelt, sondern durch die Versicherungsgesellschaft möglichst effektiv angelegt. Wie hoch die Rendite dabei über die Jahre ausfällt, kann zum Zeitpunkt des Abschlusses der Versicherung noch nicht eindeutig prognostiziert werden. Allerdings haben Versicherungen in der Vergangenheit mit einem sogenannten Garantiezins geworben. Versicherte konnten sich also laut Vertrag auf eine Mindestverzinsung Ihrer Beiträge verlassen. Angesichts der niedrige Zinsen in den letzten Jahren hat dies aber verschiedene Versicherer in die Bredouille gebracht. Versicherungsnehmer wurden etwa zur Auflösung der Versicherung gedrängt.

Vor- und Nachteile der Kapitallebensversicherung – Gibt es Alternativen?

Der Vorteil einer Kapitallebensversicherung liegt ganz klar darin begründet, dass mit einem Produkt im Prinzip zwei Ziele verfolgt werden können, nämlich die Versicherung gegen ein Risiko und eine private Altersvorsorge. Mit dem Garantiezins hatten die Versicherten zudem eine gewisse Planungssicherheit bezüglich der zu erwartenden Rentenhöhe.

Allerdings haben Verbraucherschützer und unabhängige Berater immer wieder darauf hingewiesen, dass Angebote für eine Kapitallebensversicherung für den Verbraucher nicht gerade einfach zu durchschauen und nachzuvollziehen sind. Dementsprechend ist es auch recht schwierig, unterschiedliche Angebote von Versicherungsgesellschaften direkt miteinander zu vergleichen. Zudem haben viele Anbieter mit Blick auf die Rendite, die bis zum Ende der Einzahlungsphase erreicht werden kann, sehr optimistisch gerechnet. Kommt es außerdem dazu, dass die Versicherer die zugesagte Garantieverzinsung nicht einhalten können, müssen sich die Kunden mit deutlich niedrigeren Leistungen abfinden. Transparenter und in der Regel finanziell attraktiver kann es sein, die Familie mit einer Risikolebensversicherung abzusichern und daneben separat für das Alter vorzusorgen. Hierbei kann ein unabhängiger Berater eine wichtige Hilfe sein.

Fazit – Kapitallebensversicherung nicht immer die Ideallösung

Bei der Kapitallebensversicherung handelt es sich um einen Klassiker am Versicherungsmarkt. Die Verbraucher schätzen vor allem das kompakte Produkt, mit dem Sie zwei Grundbedürfnisse erfüllen: Risikoabsicherung und Vorsorge. Beide Ziele sind für sich genommen auch ausgesprochen sinnvoll. Ein möglicher Nachteil liegt allerdings darin, dass die entsprechenden Produkte der Versicherungsgesellschaften für den Verbraucher nicht ganz einfach nachvollziehbar und vergleichbar sind. Günstiger kann es sein, beide Ziele mit separaten Produkten zu verfolgen. Hinzu kommt, dass die Angebote aufgrund der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt zunehmend unattraktiver werden. Vor allem die stark gesenkte garantierte Verzinsung macht es für die Beteiligten schwer, die zu erwartende Versicherungsleistung im Alter zu kalkulieren. Dies sollte allerdings kein Grund sein, sowohl auf den Versicherungsschutz als auch auf eine solide Altersvorsorge zu verzichten, auch wenn die Kapitallebensversicherung heute nicht immer die Ideallösung ist.

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