Kfz-Haftpflichtversicherung – Ihre wichtige Pflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist unabdingbar für alle, die mit ihrem Auto im Straßenverkehr unterwegs sind. Außer den Versicherungen, die Teil des Sozialversicherungssystems in Deutschland sind, gibt es nur wenige gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen – die Kfz-Haftpflicht ist eine davon. Die Kfz-Haftpflicht ist unter der Voraussetzung zwingend notwendig, dass Sie als Halter eines motorisierten Fahrzeuges dieses im öffentlichen Straßenverkehr bewegen möchten.

Was beinhaltet die Kfz-Haftpflichtversicherung?

Dass es sich bei der Kfz-Haftpflichtversicherung um eine Pflichtversicherung handelt, ist vor allem auf den Gedanken zurückzuführen, dass durch einen verursachten Verkehrsunfall Geschädigte nicht auf den entstehenden Kosten sitzen bleiben sollen. Ohne diese Versicherung wäre es den meisten Unfallverursachern nämlich nicht möglich, größere finanzielle Schäden beim Geschädigten zu ersetzen. Aus diesem Grund wurde die Kfz-Haftpflicht schon vor vielen Jahrzehnten geschaffen und zur Pflichtversicherung für alle Kfz-Halter erklärt, falls das Fahrzeug im öffentlichen Raum genutzt wird. Der Kfz-Haftpflichtversicherung kommt nicht nur die Regulierung eines Schadens als Aufgabe zu, der durch den Versicherungsnehmer verursacht worden ist, sondern es gibt noch weitere Aufgaben des Versicherers.

Zusammengefasst bietet eine Kfz-Haftpflicht die folgenden Leistungen:

  • Schadenersatz an den Geschädigten nach einem durch den Versicherungsnehmer verschuldeten Unfall
  • Prüfung auf Rechtmäßigkeit der Ansprüche des Geschädigten
  • Schutz des Versicherungsnehmers vor unberechtigten Ansprüchen und deren Abwehr

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist nur eine von mehreren Versicherungen, die in die Rubrik der Autoversicherungen fallen. Dazu gehören ferner eine Teilkaskoversicherung, die Vollkaskoversicherung und verschiedene Zusatzversicherungen, wie zum Beispiel die Insassenunfallversicherung.

Wann tritt die Kfz-Haftpflichtversicherung ein?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist eine Autoversicherung, die ausschließlich dann eintritt, wenn der Versicherungsnehmer schuldhaft einen Schaden an einer anderen Person, einem Fahrzeug oder am Eigentum des Geschädigten verursacht hat. Aus diesem Grund gibt es drei Schadensarten, die über die Kfz-Haftpflicht abgesichert sind:

  • Personenschäden
  • Sachschäden
  • Vermögensschäden

In erster Linie sind es vom Versicherungsnehmer leicht fahrlässig oder fahrlässig verursachte Schäden, die von der Kfz-Haftpflichtversicherung übernommen werden. Die Leistungspflicht besteht natürlich nur dann, wenn der Geschädigte seine Ansprüche anmeldet. Bei grober Fahrlässigkeit kann es – je nach Versicherer – passieren, dass der Versicherer zwar gegenüber dem Geschädigten den entstandenen Schaden übernimmt, anschließend den Versicherungsnehmer jedoch in Regress nimmt. Hier gibt es in der Praxis häufig Meinungsverschiedenheiten und strittige Fälle, da nicht immer klar zu definieren ist, ob es sich um gewöhnliche oder um grobe Fahrlässigkeit gehandelt hat. Auf jeden Fall Regress nehmen wird der Versicherer unter der Voraussetzung, dass der Versicherungsnehmer den entstandenen Schaden vorsätzlich herbeigeführt hat. Allerdings wird auch in diesem Fall der Schaden zunächst einmal gegenüber dem Geschädigten übernommen.

Kfz-Haftpflichtversicherung – Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

In der Kfz-Haftpflichtversicherung wird in erster Linie nicht von der Versicherungssumme, sondern von einer Deckungssumme gesprochen. Bis zu dieser vereinbarten Deckungssumme sind Schäden, die durch den Versicherungsnehmer schuldhaft verursacht wurden, abgesichert. Bei den Deckungssummen ist zwischen den drei bereits genannten Schadensarten zu unterscheiden, nämlich zwischen Personen- und Sachschäden sowie Vermögensschäden. Aktuell werden seitens der Experten die folgenden Deckungssummen als Mindestabsicherung empfohlen:

  • Personenschäden: 10 Millionen Euro
  • Sachschäden: 10 Millionen Euro
  • Vermögensschäden: 500.000 Euro

Auf den ersten Blick mag die Summe von mindestens zehn Millionen Euro bei Personen- und Sachschäden zwar relativ hoch erscheinen. In der Praxis kann es jedoch bei schwereren Unfällen durchaus schnell zu Schadenssummen im sechs- oder siebenstelligen Bereich kommen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn der Geschädigte eine schwerere Verletzung erlitten hat, die ihn dazu zwingt, seinen Beruf aufzugeben. In diesem Fall würde die Kfz-Haftpflichtversicherung nämlich nicht selten über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg den vom Geschädigten erlittenen Verdienstausfall übernehmen müssen. Daher empfehlen manche Fachleute auch eine unbegrenzte Deckungssumme, um absolut auf der sicheren Seite zu sein. Bei Vermögensschäden kann die Deckungssumme deutlich geringer sein. Zumal solche indirekten Schäden nach einem Verkehrsunfall ohnehin eher selten geltend gemacht werden.

Was kostet die Kfz-Haftpflichtversicherung?

Eine wichtige Frage besteht sicherlich auch für Sie wie bei jeder Versicherung darin, welche Kosten auf Sie zukommen. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass die Kfz-Haftpflicht ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis beinhaltet. Immerhin können bereits für durchschnittlich wenige Hundert Euro pro Jahr mögliche Schäden im Bereich von mehreren Millionen Euro abgesichert werden. Wie bei jeder anderen Versicherung hängt die zu zahlende Prämie auch bei der Kfz-Haftpflichtversicherung von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere:

  • Regionalklasse
  • Typklasse
  • Schadenfreiheitsklasse
  • Deckungssumme
  • Alter des Versicherungsnehmers
  • Jährliche Fahrleistung in Kilometern

Den größten Einfluss auf die Versicherungsprämie haben definitiv die ersten drei Faktoren, nämlich Typ- sowie Regionalklasse und die Schadenfreiheitsklasse, in die der Versicherungsnehmer eingestuft wird. Umso mehr Jahre Sie schadensfrei mit Ihrem Fahrzeug unterwegs sind, desto geringer ist der zu zahlende Beitrag. Während Fahranfänger je nach Versicherungsgesellschaft teilweise noch mit einem Beitragssatz von über 200 Prozent starten, zahlen beispielsweise Fahrer, die schon 20 Jahre unfall- bzw. schadensfrei versichert sind zum Teil nur noch einen Beitragssatz von 50 und weniger Prozent. Eine Selbstbeteiligung, wie Sie in der Teil- und Vollkaskoversicherung üblich ist, gibt es übrigens bei der Deckungssumme nicht. Dieser Einflussfaktor auf die Versicherungsprämie entfällt also bei der Kfz-Haftpflicht.

Eine individuelle Einschätzung zu dem für Sie passenden Versicherungsschutz erhalten Sie bei einem Versicherungsvermittler. Lassen Sie sich zu Versicherern und Tarifen beraten: