Oldtimerversicherung: Leistungen und Voraussetzungen

Die Oldtimerversicherung gehört zu den sehr spezifischen Versicherungsarten, dennoch ist sie sehr wichtig. Oldtimer symbolisieren Genuss, Leidenschaft und Stil. Und wer ein klassisches Fahrzeug sein Eigen nennt, will dieses auch geschützt wissen. Denn nicht selten verbinden die Besitzer damit ideelle und materielle Werte gleichermaßen. So haben sie vielleicht in minutiöser Kleinarbeit die Wagen selbst restauriert. Oder es handelt sich bei den Kfz-Klassikern gar um Erbstücke. Oldtimer sind Erinnerungen und Lebensgefühl, aber auch Wertanlagen. Da ist es nur nachvollziehbar, dass ein Oldie-Besitzer sein Hab und Gut schützen möchte. Dafür gibt es die Oldtimerversicherung.

Welche Wagen genießen den Schutz einer Oldtimerversicherung?

Mit einer Oldtimerversicherung können grundsätzlich alle historischen Kfz abgesichert werden. Damit der Versicherungsschutz aber geltend gemacht werden kann, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Das Kfz muss nachweislich als Oldtimer gelten.
  2. Der Oldtimer muss sich im Originalzustand befinden.
  3. Das historische Auto muss gut erhalten und fahrbar sein.
  4. Es muss ein Wertgutachten vorgelegt werden.
  5. Der Besitzer muss nachweisen, dass das Fahrzeug nicht als Hauptauto genutzt wird.

Auch originalgetreue Motorräder können mit einer Oldtimerversicherung geschützt werden.

Oldtimerversicherung Voraussetzungen: Wann gilt ein Kfz als Oldtimer?

Traditionell gelten historische Autos ab einem Alter von 30 Jahren als Oldtimer. Dann nämlich haben sie Anspruch auf ein sogenanntes H-Kennzeichen. Wobei das „H“ für „historisch“ steht. In den meisten Fällen wird das „H“ hinter die Zahlenreihe auf dem Nummernschild angehängt.

Autos im Alter von 20 bis 29 Jahren bezeichnet man typischer Weise als Youngtimer. Im Unterschied zum Oldtimer sind Youngtimer oft noch alltagstaugliche Fahrzeuge. Entsprechend werden diese Autos auch noch häufig im Straßenverkehr gefahren.

Aus diesem Grund bieten einige Versicherer für Old- und Youngtimer unterschiedliche Versicherungen an. Regelmäßig gefahrene Autos stellen schließlich ein anderes Risiko dar, als seltener bewegte Fahrzeuge. Sie sind potentiell häufiger in Verkehrsunfälle verwickelt. Andererseits sind sie Wertbedingt ein selteneres Diebstahlsobjekt. Daher argumentieren einige Versicherungen mit dieser unterschiedlichen Risikogewichtung für zwei verschiedene Policen. Andere Anbieter hingegen vereinen beide klassischen Wagentypen in einer sogenannten Oldtimerversicherung.

Die Altersgrenze für Classic Cars orientiert sich übrigens nicht am Baujahr, sondern am Zulassungsjahr.

Oldtimerversicherung Voraussetzungen: Die Erhaltung des Originalzustandes

Für eine Oldtimerversicherung muss sich das historische Kraftfahrzeug im Originalzustand befinden. Sobald moderne Finessen aufgerüstet wurden, gilt der Wagen nicht mehr als historisch. Ausnahme: Im Zuge von Wartung und Restauration wurden Einzelkomponenten durch Originalbauteile ersetzt.

Nun kann man argumentieren, dass auch ein Scheunenfund ein historisches Original ist. Das stimmt zwar. Aber auf die wenigsten sogenannten Scheunenfunde trifft die nächste Voraussetzung für eine Oldtimerversicherung zu. Hiernach muss der Kfz-Klassiker nämlich gut erhalten und fahrbar sein.

Oldtimerversicherung Voraussetzungen: Die Fahrbarkeit eines Oldtimers

Bei einem – meist verrotteten – Scheunenfund greift eine Oldtimerversicherung also nicht. Zumindest solange nicht, bis der Wagen wieder in einen fahrbaren Zustand versetzt wurde. Diese Restauration muss unbedingt mittels originaler Ersatzteile aus dem gleichen Baujahr erfolgen.

Die Fahrbarkeit des Wagens kann durch ein gewöhnliches TÜV-Gutachten nachgewiesen werden. Denn auch Oldtimer sind in Deutschland zulassungspflichtig. Für den Abschluss einer Oldtimerversicherung ist die TÜV-Prüfung unverzichtbar. Auch als Nachweis über die Fahrbarkeit.

Oldtimerversicherung Voraussetzungen: Was besagt ein Wertgutachten und woher bekommt man es?

Ein Wertgutachten vermittelt dem Versicherer einerseits einen Eindruck über den Zustand des Wagens. Andererseits gibt es ihm aber auch Aufschluss über die Versicherungssumme und Risikoeinstufung des Oldtimers. Zur Wertfeststellung für die Oldtimerversicherung werden die Wagen in fünf Kategorien eingeteilt. Relevant sind allerdings nur die ersten drei Klassen.

  • Klasse 1 = fabrikneuer Originalzustand wie ab Werk ohne Mängel, Schäden oder Gebrauchsspuren
  • Klasse 2 = mangelloser Originalzustand ohne oder mit leichten Gebrauchsspuren oder fachgerecht restauriertes Fahrzeug
  • Klasse 3 = gebrauchter Originalzustand mit maximal leichten Mängeln, die Fahrbarkeit und Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigen
  • Klasse 4 = verschlissener Originalzustand, reparaturbedürftig und nur eingeschränkt fahrbar
  • Klasse 5 = restaurationsbedürftiger Originalzustand und unbedingt restaurationsbedürftig

Durch fachgerechte Restauration und Wartung kann ein Oldtimer in die höheren Klassen aufsteigen. Um eine Oldtimerversicherung abzuschließen, ist dies etwa bei den bereits genannten Scheunenfunden unbedingt notwendig. Denn die Versicherer gestatten nur Policen für Oldtimer der Klassifizierungsstufen 1 bis 3.

Einige Versicherungsanbieter erlauben den Nachweis über den Wertzustand des Oldtimers auch per Foto. Andere schicken einen eigenen Sachverständigen. Zur unabhängigen Einschätzung können Oldtimerbesitzer aber auch selbst ein Gutachten erstellen lassen. Offizielle Anlaufstellen wären etwa die DEKRA oder die örtliche TÜV-Prüfstelle.

Für Oldtimer mit einem Marktwert über 20.000 € ist ein solches Gutachten ratsam. Denn es gibt einen entscheidenden Vorteil eines Wertgutachtens gegenüber (eigenen) Fotos oder einer Selbsteinschätzung. Sollte ein Schaden entstehen, kann ein detailliertes, offizielles Gutachten Probleme vermeiden. Dies kann besonders im Rechtsstreit das entscheidende Zünglein an der Waage sein.

Bei Wagen im Wert von unter 20.000 € reicht oftmals auch ein sogenanntes Kurzgutachten.

Oldtimerversicherung Voraussetzungen: Wie weist man nach, den Oldtimer nicht im Alltag zu nutzen?

Für den Beweis, dass der Oldtimer nur gelegentlich bewegt wird, reicht ein zugelassenes Haupt-Kfz. Nur sollte es sich hierbei nicht unbedingt ebenfalls um einen gleichwertigen Oldtimer handeln. Außerdem ist eine abschließbare Garage für den Oldtimer von Vorteil. Auch wichtig ist, dass der Klassiker im Jahr höchstens 6.000 bis 10.000 Kilometer sammelt.

Der Unterschied zwischen einer Oldtimerversicherung und einer Kfz-Versicherung

Die Oldtimerversicherung ist modell- und typenunabhängig. Das ist neben der Versicherungssumme der markanteste Unterschied zu einer herkömmlichen Auto-Versicherung. Außerdem spielt das Alter des Besitzers bzw. Fahrers eine wichtige Rolle. Viele Anbieter schließen eine Oldtimerversicherung nur mit Fahrern ab 23 bzw. 25 Jahren ab. Außerdem besteht keine Schadensfreiheitsklasse. Das heißt, im Schadensfall erfolgt bei einer Oldtimerversicherung keine Neueinstufung in eine teurere Versicherungsklasse.

Ansonsten unterscheidet man auch bei der Oldtimerversicherung zwischen Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko.

Die Beitragssumme für die Oldtimerversicherung errechnet sich aus diesen drei Hauptfaktoren:

  1. Dem Zulassungsjahr des Wagens,
  2. dem Marktwert des Kfz
  3. und dem Alter des Fahrzeugführers.

Modell und Fahrzeugtyp sind bei der Oldtimerversicherung hingegen irrelevant. Stattdessen zählen die Nutzungsart und die Einstufung der Kfz-Klassiker in eine von 8 Definitionsklassen anhand des Alters. Folgende Klassen gibt es:

Oldtimerversicherung Definitionsklassen

Oldtimerversicherung: Die Korrelation von Nutzung und Versicherung

Wird der Oldtimer im öffentlichen Straßenverkehr bewegt, ist eine Haftpflichtversicherung obligatorisch. Teil- und Vollkasko sind bei Classic Cars freiwillig.

Sie sind aber dennoch ratsam. Denn gerade bei Oldtimern sind Reparaturen im Schadensfall kostspielige Angelegenheiten. Bei vielen Kaskoversicherungen ist dann auch etwa die Beschaffung von Original-Ersatzteilen abgedeckt.

Es gibt für Oldtimerversicherungen auch das Angebot, sogenannte All-Risk-Policen abzuschließen. Diese schützen auch bei Schäden, die nicht durch Unfälle entstehen. Dazu zählen etwa Marderbisse, Motorschäden oder Getriebeprobleme. Ein Vergleich lohnt sich also unbedingt.

Lassen Sie sich von einem Versicherungsvermittler in Ihrer Nähe zu den Policen verschiedener Versicherer beraten, bevor Sie einen Vertrag für Ihren Oldtimer abschließen: