Private Unfallversicherung – Absicherung für Alleinstehende und Familien

Die private Unfallversicherung zählt zu den empfehlenswertesten privaten Versicherungen. Sie tritt bei Verletzungen nach einem Unfall ein, die zu einer Versicherungsleistung führen. Da sich die weitaus meisten Unfälle im privaten Bereich ereignen, handelt es sich bei der privaten Unfallversicherung um eine wichtige Absicherung für Alleinstehende und Familien.

Unterschied zwischen privater und gesetzlicher Unfallversicherung

Vielleicht sind auch Sie bisher der Meinung, dass Sie keine private Unfallversicherung benötigen. Als Grund geben zahlreiche Verbraucher an, dass sie bereits über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert sind. Dies trifft zwar für abhängig Beschäftigte sowie einige weitere Personengruppen zu. Allerdings kann die gesetzliche Unfallversicherung nur in begrenztem Umfang Schutz bieten. Sie tritt nämlich nur bei Verletzungen nach einem Unfall ein, der sich entweder am Arbeitsplatz oder auf dem Weg zur Arbeitsstelle bzw. auf dem Heimweg ereignet hat. Die meisten Unfälle passieren allerdings im Freizeitbereich, sodass ohne private Unfallversicherung keine Absicherung vorhanden wäre. Die private Unfallversicherung gilt hingegen ohne örtliche und zeitliche Begrenzung. Sie tritt bei sämtlichen Unfällen mit Verletzungsfolgen ein, unabhängig davon, wo und wann der Unfall stattgefunden hat.

Private Unfallversicherung: Welche Leistungen beinhaltet sie?

Die private Unfallversicherung tritt mit ihrer Leistung ein, falls der Versicherte nach einem Unfall bestimmte Verletzungen erlitten hat. Dabei spielt keine Rolle, ob er den Unfall schuldhaft fahrlässig verursacht hat oder nicht. Die Hauptleistung einer jeden privaten Unfallversicherung besteht in der sogenannten Invaliditätsleistung. Die Invaliditätssumme wird bei Vertragsabschluss vereinbart und bewegt sich häufig zwischen 100.000 und 200.000 Euro. Diese Invaliditätssumme wird allerdings nicht bei jedem Unfall mit Verletzungsfolgen gezahlt. Stattdessen richtet sich die Höhe der Auszahlung nach der Art der Verletzung. Diese wiederum wird anhand der sogenannten Gliedertaxe bewertet.

So beinhaltet die Gliedertaxe beispielsweise folgende Verletzungen mit dem entsprechend bewerteten Grad der Invalidität:

  • Verlust des Armes im Schultergelenk: 70%
  • Hörverlust auf einem Ohr: 30%
  • Geruchsverlust: 10%
  • Verlust des Zeigefingers: 10%
  • Verlust anderer Finger (außer Daumen): 5%

Falls Sie nach einem Unfall beispielsweise Ihren Mittelfinger verlieren, würde dies zu einem Invaliditätsgrad von fünf Prozent führen. Bei einer angenommenen Invaliditätssumme in Höhe von 100.000 Euro würden Sie demzufolge von der privaten Unfallversicherung eine Zahlung in Höhe von 5.000 Euro erhalten.

Die Invaliditätsleistung ist allerdings nicht die einzige Leistung, die Sie aus der privaten Unfallversicherung (bei Vereinbarung) erwarten können. Zusätzlich können Sie im Rahmen der Vertragsfreiheit noch einige weitere Leistungen vereinbaren. Dazu gehört beispielsweise die Zahlung einer Todesfallsumme, falls der Versicherungsnehmer infolge eines Unfalls sterben sollte. Die Vereinbarung einer Unfallrente wird ebenfalls häufig gewählt. In diesem Fall würden Sie nach einem Unfall mit Verletzungsfolgen unter bestimmten Voraussetzungen eine monatliche Rente erhalten. Diese wird häufig genutzt, um den kompletten oder teilweisen Einkommensausfall zu kompensieren. Die Vereinbarung einer progressiven Invaliditätsleistung bei besonders schweren Verletzungen ist ebenfalls eine optionale Zusatzleistung der privaten Unfallversicherung. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere zusätzliche Leistungen, die Sie im Rahmen der Unfallversicherung vereinbaren können, wie zum Beispiel:

  • Kostenübernahme für den Rücktransport in die Heimat bei Unfällen im Ausland
  • Kostenübernahme für eine Haushaltshilfe nach dem Unfall
  • Finanzielle Ersthilfe am Unfallort

Private Unfallversicherung: Für wen ist sie sinnvoll?

Da sich allein in Deutschland jährlich viele Tausend Unfälle mit Verletzungsfolgen im privaten Bereich ereignen, ist die private Unfallversicherung im Grunde für jeden Verbraucher sinnvoll. Besonders wichtig ist der Unfallschutz für Kinder, jüngere Erwachsene und erwerbstätige Personen im mittleren Alter. Nach einem schweren Unfall kommt es oftmals zu Einkommensausfällen, die durch die Leistung der Unfallversicherung kompensiert werden können. In schlimmeren Fällen kann ein Unfall bei Kindern und jungen Erwachsenen sogar dazu führen, dass diese nie ins Erwerbsleben eintreten können. Demzufolge gibt es keine Personengruppe, für die eine private Unfallversicherung generell nicht sinnvoll wäre. Die Gruppe von Versicherten reicht daher auch von Kindern bis hin zu Rentnern.

Private Unfallversicherung: Kosten

Da es sich bei der privaten Unfallversicherung um eine sogenannte Personenversicherung handelt, richten sich die Kosten nach mehreren Faktoren. Im Vordergrund stehen dabei die gewählten Leistungen, beispielsweise die Höhe der Invaliditätsleistung. Falls Sie zusätzliche Leistungen wählen, wie zum Beispiel die Unfallrente, führt dies natürlich zu einem höheren Beitrag. Ihre persönlichen Daten spielen ebenfalls eine Rolle, insbesondere Ihr Alter, Gesundheitszustand, spezielle Risikofaktoren sowie Ihr ausgeübter Beruf. Anhand dieser einzelnen Faktoren erstellt die Versicherungsgesellschaft ein Angebot. Im Durchschnitt zahlt beispielsweise ein 35-jähriger Mann für eine Invaliditätsleistung in Höhe von 100.000 Euro mit einer vereinbarten Unfallrente von monatlich 1.000 Euro einen Versicherungsbeitrag zwischen 250 und 400 Euro im Jahr.

Fazit zur privaten Unfallversicherung

Die private Unfallversicherung ist eine empfehlenswerte und sinnvolle Versicherung, die in einem umfassenden Versicherungsschutz nicht fehlen darf. Von Kindern bis hin zu Rentnern gibt es im Grunde keine Personengruppe, für die der Abschluss dieser Versicherung nicht sinnvoll wäre. Insbesondere nach schweren Unfällen können die finanziellen Folgen oft nur durch die Leistung der privaten Unfallversicherung abgedeckt werden. Mit durchschnittlichen Jahresbeiträgen zwischen 250 und 400 Euro weist die private Unfallversicherung zudem ein gutes Preis-Leistungsverhältnis auf. Immerhin kann es nach einem Unfall mit schweren Verletzungen zu Kosten im fünf- oder sogar sechsstelligen Bereich kommen. Demzufolge zählt die private Unfallversicherung in Deutschland zu den wichtigen privaten Versicherungen.

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