Verkehrsrechtsschutz: Das bringt die Verkehrsrechtsschutzversicherung

Die Verkehrsrechtsschutzversicherung zählt zu dem komplexen Zweig der Rechtsschutzversicherungen. Diese unterteilen sich in verschiedene Kategorien. Dazu gehören etwa Privat- und Berufsrechtsschutz, Familien- und Erbrechtsschutz, Mietrechtsschutz und Strafrechtsschutz, sowie viele weitere Einzelbereiche.

Viele Versicherungen bieten den Verkehrsrechtsschutz oft gemeinsam mit einem Privat- und Berufsrechtsschutz an. Das kommt durch die enge Verknüpfung der drei Bereiche miteinander zustande. So können Strafsachen im privaten Bereich Auswirkungen auf das berufliche Umfeld haben und umgekehrt. Ebenso kann sich ein Straffall im Verkehrsrecht auf die Berufsausübung und das Privatleben auswirken.

Verkehrsrechtsschutzversicherung besser im Paket oder einzeln?

Ein 35-jähriger, alleinstehender Arbeitnehmer erhält eine Verkehrsrechtsschutzversicherung für unter 10 Euro im Monat. Im Paket mit Privat- und Berufsrechtsschutz liegen die Preise bei rund 30 Euro. Eine reine Privat- und Berufsrechtsschutzversicherung kommt auf circa 15 bis 20 Euro Monatsbeitrag. Die finanziellen Unterschiede halten sich also in Grenzen.

Ob man die Verkehrsrechtsschutzversicherung im Paket abschließt oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung. Einzig zwei Kriterien sollten diese Entscheidung beeinflussen: Der jeweilige Umfang der Leistungen einerseits und andererseits die Frage, ob man alle Versicherungen für den Rechtsschutz beim gleichen Anbieter schließen will.

Warum eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abschließen?

Mit einer solchen Versicherung ist man in jeder Form als Verkehrsteilnehmer geschützt. Das bedeutet als Fußgänger, Radfahrer, Fahrzeugführer und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel. Darum kann sich ein Verkehrsrechtsschutz grundsätzlich für alle lohnen. Egal, ob ein eigenes Fahrzeug (Auto, Motorrad, Motorroller etc.) vorhanden ist oder nicht.

Verkehrsrechtsschutzversicherung – Hiergegen ist man abgesichert:

Zu den Gründen für eine Verkehrsrechtsschutzversicherung zählt nicht nur der Schutz in allen Verkehrssituationen. Wichtig ist außerdem zu wissen, wobei die Versicherung eigentlich hilft:

  • Bei der Durchsetzung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen nach Unfällen.
  • Bei Streitfällen mit den Behörden und Verwaltungsgerichten über:
    • Fahrlässigkeit und Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr,
    • Bußgeldangelegenheiten, Einschränkung und Entzug der Fahrerlaubnis
    • oder beispielsweise die Höhe bzw. Einordnung der Kfz-Steuer.
  • Bei Strafverfahren nach (selbstverschuldeten oder unverschuldeten) Unfällen.
  • Bei Vertragsrechtsangelegenheiten rund um das Fahrzeug.

In allen Fällen gilt: Vorsatz kann einen Wirkungsausschluss des Verkehrsrechtsschutz nach sich ziehen. Spätestens, wenn die Schuld gerichtlich festgestellt wurde, entfällt der Versicherungsschutz. Das heißt, möglicherweise streckt die Versicherung die Kosten für den Anwalt vor. Stellt ein Gericht im Strafverfahren aber die (vorsätzliche oder fahrlässige) Unfallflucht fest, ist Schluss. Dann kann die Versicherung sogar die bereits geleistete Zahlung zurückverlangen.

Das zahlt die Verkehrsrechtsschutzversicherung

Wenn man an eine Verkehrsrechtsschutzversicherung denkt, denkt man zuallererst an die Kosten für den Rechtsbeistand. Dabei kommt die Versicherung in Verkehrsrechtsangelegenheiten für mehr auf, als nur den Anwalt. Diesen können Versicherungsnehmer übrigens ganz frei wählen.

Die Rechtsschutzversicherung ist vor allem dafür da, Ansprüche gegebenenfalls gerichtlich durchzusetzen. So etwa, wenn der Unfallverursacher nicht für die Reparaturkosten des Wagens des Versicherungsnehmers aufkommt.

Zu den Versicherungsaufwendungen zählen daher neben den Anwaltskosten:

  • die Prozess- bzw. Gerichtskosten,
  • eventuell anfallende Honorare für Sachverständige und Übersetzer,
  • die Kosten für Zeugen, die gehört werden müssen,
  • das Honorar des gegnerischen Anwalts bei Prozessverlust.

Bei einer außergerichtlichen Einigung kann außerdem die Mediation über die Verkehrsrechtsschutzversicherung abgerechnet werden.

Dann zahlt die Verkehrsrechtsschutzversicherung nicht!

Die Verkehrsrechtsschutzversicherung ist nicht zuständig für mögliche Folgekosten. Etwa den Schadensersatz, den der Versicherungsnehmer als Unfallverursacher an die Opfer zahlen muss. In diesem Fall ist es gut, wenn man eine Vollkaskoversicherung für das Kfz besitzt.

Wird man in einen Unfall verwickelt, zahlt nicht die eigene Verkehrsrechtsschutzversicherung die Kfz-Schäden oder Mietwagenkosten. In diesen Fällen muss die Kfz-Versicherung des Unfallverursachers aufkommen.

Wer ist bei einer Verkehrsrechtsschutzversicherung versichert?

Es gibt unterschiedliche Varianten einer Verkehrsrechtsschutzversicherung. Im Versicherungswesen spricht man dann von Einzelfahrzeugrechtsschutz und Mehrfahrzeugrechtsschutz.

1. Das umfasst der Einzelfahrzeugrechtsschutz:

Den Einzelfahrzeugrechtsschutz schließt man für ein oder mehrere Fahrzeuge einzeln ab. Darüber ist der Versicherungsnehmer als Eigentümer, Halter, Fahrer, Fußgänger und Leaser versichert. Übrigens, auch, wenn er Fremdfahrzeuge fährt, greift der Einzelfahrzeugrechtsschutz für den Versicherungsnehmer. Auch im Versicherungsvertrag eingetragene berechtigte Führer und Insassen des versicherten Fahrzeugs sind inbegriffen.

Diese Art der Verkehrsrechtsschutzversicherung ist ideal für Singles oder nicht verheiratete Partner.

2. Das beinhaltet der Mehrfahrzeugrechtsschutz:

Man kann natürlich für alle Kfz im Haushalt Einzelfahrzeugrechtsschutzversicherungen abschließen. Das ist aber wenig effizient und meist auch teuer. Bei mehreren Fahrzeugen im Haushalt oder mehreren Fahrern in der Familie lohnt der Mehrfahrzeugrechtsschutz.

Hier ist nicht nur der Versicherungsnehmer (als Eigentümer, Halter, Fahrer, Fußgänger und Leaser) abgesichert. Ehepartner und Kinder sind automatisch mitversichert. Und zwar ebenso als Fahrer (auch fremder Fahrzeuge) und Fußgänger. Aber durchaus auch als Eigentümer, Halter und Leaser eigener Kfz, wie Roller und Zweitwagen.

Sogar als Käufer des versicherten Autos sind Familienmitglieder im Versicherungsschutz inbegriffen. Etwa, wenn man das Familienauto an den volljährigen Nachwuchs überträgt. Dieser ist dann als Käufer über den Mehrfahrzeugrechtsschutz versichert. Voraussetzung ist, dass er trotz Volljährigkeit noch im Familienhaushalt wohnt.

Auch beim Mehrfahrzeugrechtsschutz sind eingetragene berechtigte Fahrer, die nicht zwingend Familienmitglieder sind, automatisch versichert. Das gilt ebenso für Insassen.

Dieses Modell der Verkehrsrechtsschutzversicherung eignet sich besonders für Familien und eheähnlich lebende Partner.

Das ist bei Abschluss der Verkehrsrechtsschutzversicherung zu beachten!

Das Leistungsspektrum verschiedener Versicherer ist beim Verkehrsrechtsschutz per Gesetz gleich. Es gibt dennoch Variablen, die die Prämienhöhe verändern. Dazu zählen etwa die Höhe des Selbstbehaltes. Wer gewillt ist, auf jeden Fall 500 Euro selbst beizusteuern, erhält einen günstigeren Tarif. Wer höchstens 150 Euro oder gar keine Selbstbeteiligung bezahlen möchte, zahlt höhere Beiträge.

Auch die Deckungssumme spielt bei der Prämiengestaltung eine Rolle. Je höher die Versicherungssumme, desto höher der Monatsbeitrag. Einige Versicherer geben Rabatte auf bestimmte Berufs- und Altersgruppen. Andere veranschlagen höhere Preise bei besonders gefährdeten Versicherungsnehmern. Die Preisgestaltung wird also von mehreren Faktoren bestimmt.

Worauf man davon unabhängig aber unbedingt achten sollte, ist die Deckungszusage. Im Idealfall gibt der Versicherer eine allgemeine Deckungszusage im Versicherungsvertrag. Dies kann zu höheren Beiträgen führen. Dafür kann man sich im Ernstfall aber viel Ärger mit der Verkehrsrechtsschutzversicherung ersparen.

Das Problem mit dem Deckungsschutz

Ohne vertraglich vereinbarte Deckungsschutzzusage muss diese im Einzelfall beantragt werden. Versäumt man dies, kann die Versicherung den Schutz verweigern. Aber auch wenn man den Antrag stellt, kann die Versicherung die Zahlung verweigern. Zu geringe Erfolgsaussichten etwa können zu einem Ausschluss des Versicherungsschutzes führen. Dagegen kann man zwar Widerspruch einlegen und vorgehen. Dies zahlt die Verkehrsrechtsschutzversicherung dann aber nicht. Denn Verfahren gegen sich selbst unterstützen die Versicherer logischerweise nicht.

Darum ist es wichtig, die Deckungsschutzzusage möglichst bereits in der Police bestehen zu haben.

Damit Sie im Zweifelsfall nicht im Regen stehen, lohnt sich die Beratung durch einen Versicherungsfachmann. Über unsere Suche können Sie einen Versicherungsvermittler in Ihrer Region finden: