Orkan Friederike: R+V liefert erste Zahlen

Nun hat auch die R+V erste Zahlen zu Orkan Friederike geliefert. Dieser fegte am vergangenen Donnerstag mit Rekordgeschwindigkeiten von teilweise über 200 Stundenkilometern übers Land. Dabei hat er in einigen Regionen Deutschlands für Chaos gesorgt. Sogar Menschen starben.

Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume, umgekippte Lkw: Vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, aber auch in Nord-Hessen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat der Sturm heftig gewütet und Tausende von Schäden verursacht: „Bislang haben unsere Kunden rund 15.000 Schäden gemeldet mit einer Schadensumme von knapp 28 Millionen Euro. Wie bei allen Stürmen fällt der Löwenanteil mit über 90 Prozent dabei auf Gebäudeschäden“, konkretisiert Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung AG, die Lage.

Geschätzte Schadenhöhe: Alleine bei der R+V Über 40 Millionen Euro

Und nach Einschätzung des Wiesbadener Versicherers ist noch kein Ende in Sicht. Der R+V-Chef schätzt, dass Friederike am Ende allein in seinem Haus mit einer Schadensumme von mehr als 40 Millionen Euro zu Buche schlagen wird – in etwa genauso viel wie die beiden Stürme Mike und Niklas, die Ende März/Anfang April 2015 über Deutschland zogen.

Mit Kyrill, der vor elf Jahren über Europa fegte, sei Friederike allerdings nicht vergleichbar: Bei R+V stehe dieser Jahrhundertsturm mit einem Schadenaufwand von deutlich über 100 Millionen Euro mit Abstand auf Platz eins der Liste der verheerendsten Unwetter.

Sturmschäden im Jahr 2017: Ein Rückblick

Sturm Burglind liegt nach ersten Schätzungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) deutlich unter der 500 Millionen Euro Schadenmarke.

Das Ranking der fünf schwersten Winterstürme seit 1997 wird noch immer von Kyrill angeführt. Der verheerende Sturm hinterließ 2007 versicherte Sachschäden in Höhe von über zwei Milliarden Euro. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Lothar, 1999, mit 800 Millionen Euro und Jeanett, 2002, mit 760 Millionen Euro.

Der Orkan Friederike hat nach ersten Schätzungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) versicherte Schäden von 500 Millionen Euro verursacht. Mit diesem geschätzten Schadenausmaß liegt Friederike deutlich unter Kyrill, der 2007 über zwei Milliarden versicherte Schäden hinterließ und noch immer das Ranking der fünf schwersten Winterstürme seit 1997 anführt.

Hohe Schadensummen auch durch Unwetterserie zwischen Ende Juni und Anfang Juli 2017

Schon im Dezember 2017 vermeldete der GDV, dass 2017 Naturereignisse wie Stürme, Hagel und Starkregen in Deutschland versicherte Sachschäden an Häusern, Hausrat, Gewerbe- und Industriebetrieben von zwei Milliarden Euro verursacht haben. Allein auf die Unwetterserie zwischen Ende Juni und Anfang Juli mit Paul und Rasmund entfallen Sachschäden von rund 300 Millionen Euro. Die Starkregenschäden in Berlin und Brandenburg schlagen mit 60 Millionen Euro zu Buche.

Wie bereits im Jahr 2016 fällt die Naturgefahrenbilanz 2017 laut GDV mit erneut zwei Milliarden Euro Versicherungsleistung unterdurchschnittlich aus: Es wüteten nur wenige, regional begrenzte Unwetter. Schon diese Wetterlagen können hohe Schäden verursachen; große Naturkatastrophen blieben 2017 allerdings aus.

 

Quelle: versicherungsmagazin Aktuell

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